15.
February
2019
1 Woche ohne Instagram - Challenge

Sina, 21, eine Woche auf Entzug:

Donnerstag Nachmittag. Team-Web Redaktionsmeeting. Kaum zu glauben, dass ich mich auf diese Schnaps Idee überhaupt eingelassen habe, aber wenn die anderen schon fleißig verschiedenste Challenges vorschlagen, die sie jetzt bald umsetzen wollen, dann mach ich halt auch mit, denke ich mir.

Also bringe ich den Vorschlag:

1 ganze Woche ohne Instagram. Kein öffnen, kein Posten, keine Storys. Und das auch noch während der Berufsschule! Kaum zu schaffen.

 

Am Montag soll es also starten. "Challenge accepted" denke ich mir. Den Sonntag davor verbrachte ich gefühlt den ganzen Tag damit, meine Instagram Ladestation aufzufüllen, damit ich nicht noch Entzugserscheinungen bekomme. Im Nachhinein finde ich mein Verhalten echt schlimm, aber dazu später mehr. 

 

Ich habe mir speziell die erste Schulwoche von meinem Berufschulblock ausgewählt, weil ich da am meisten Zeit mit Instagram verschwende. Irgendwie schon verrückt wie man allein durch das App Zeichen im Menüfeld dazu gezwungen wird "einfach mal den newsfeed" zu checken. Der Weg von zu Hause bis zur Schule verging normalerweise wirklich schnell. Ich meine, bis man wieder an seinem letzten aktualisierten Bild angekommen ist, dauert ja doch eine Weile. Am Montag kam mir die Fahrt extrem lang vor. Komisch, wenn man nicht aufs Handy schaut, sondern seine Umwelt betrachten muss, oder? 

Am Dienstag war es dann schon einfacher. Ich habe nämlich angefangen, mir von der Zeit den online Podcast "Verbrechen" anzuhören, bei dem wahre Kriminalfälle vorgestellt werden. Mittags wurde ich dann von Instagram benachrichtigt, dass ein paar meiner Freunde neue Storys hochgeladen haben. Vielen Dank für diese Info Instagram, aber ich darf der Versuchung nicht widerstehen, auch wenn es mich schon in den Fingerspitzen juckt. 

(eigentlich total abgefahren dass man nach so kurzer Zeit schon eine "Aufforderung" bekommt, die App wieder zu öffnen) 

Ab Mittwoch muss ich zugeben, war es wie, als hätte ich gar kein Instagram mehr. Irgendwie spürte ich sogar eine Erleichterung. Ich fühlte mich sogar  befreit. Befreit von dem Zwang zu wissen, was andere so treiben, trinken, essen, wie sportlich sie sind oder in welchen Bars sie sich gerade aufhalten. 

Die Tage darauf hatte ich nicht einmal an Instagram gedacht. Ich muss dazu sagen, ich habe die Benachrichtigungen auf mein Smartphone ausgeschaltet, damit ich auch wirklich nicht immer wieder daran erinnert werde, dass der oder die gerade was gepostet hat. 

 

Nach meiner "Entzugswoche":

Obwohl ich auch nicht das Bedürfnis hatte sofort Instagram abzuchecken, hat es mich irgendwie doch interessiert was ich wo verpasst habe. Also öffnete ich die App. Was dann geschah beruhigte mich. Sobald der newsfeed aktualisiert war, ploppte eine Bilderreihe von einer ehemaligen guten Freundin von mir auf. Allerdings spiegelte das Bild nicht im entferntesten ihr reales Leben wieder. Als ich das sah, schloss ich die App wieder. Das kann Ich mir wirklich nicht ansehen. Mich interessiert es nicht mehr, wie falsch sich Leute die ich kenne und sowieso die ich nicht kenne, im Internet geben. 

 

Mein Fazit:

Das was Instagram mal war, ist es schon lange nicht mehr. Urlaubsbilder, Familienfotos, Bilder von den Haustieren werden nicht mehr gepostet um zu zeigen wie glücklich man ist, sondern aus ganz anderen Zwecken und Gründen.

Man merkt schon überhaupt nicht mehr, wie viel Zeit wir eigentlich mit Social Media "verschwenden".

Egal ob man gerade auf die Öffentlichen wartet, in der U-Bahn sitzt, sich mit Freunden im Kaffee trifft (was ich ja am schlimmsten finde), in der Berufsschule, Abends auf der Couch. "Du hast einen neuen Follower" könnte man langsam in "du wirst verfolgt und wir wissen alles" umändern. 

Nach der Woche ohne Instagram, habe ich dieses eine einzige Mal rein geschaut, seither nicht mehr und ich muss sagen, ich vermisse es nicht. 

Die App löschen? Soweit bin ich dann doch noch nicht, ich meine ab und zu ist es doch interessant und amüsant. Probiert es wirklich mal aus, es ist sehr befreiend. 

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