10.
January
2019
Aufschieberitis? Mach Schluss mit deiner Arbeitsvermeidung

Was du heut nicht magst besorgen, dass verschieb einfach auf morgen ;) Eigentlich geht dieser Spruch
etwas anders, aber wer kennt das nicht? Voller Motivation, hast du dir vorgenommen schon eine Woche
vor der Klausur, mit dem Lernen an zu fangen. Das Referat musst du auch endlich ausarbeiten, immerhin
wolltest du das gestern schon und in 2 Tagen ist Abgabetermin.
Dann ist er da, der Moment in dem du beginnen wolltest. Nur, dass du so ganz und gar nicht mehr willst.
Lernen? Kann man morgen auch noch, so viel Stoff ist das ja nicht. Das Referat? An diesem
unaufgeräumten Schreibtisch? Wenn du so darüber nachdenkst, solltest du erst die heutige Post
durchgehen, nicht dass da was dringendes drin ist. Und wolltest du nicht auch noch einkaufen? Die
Fenster sehen auch irgendwie schmutzig aus, in so einer Atmosphäre kann man doch nicht arbeiten!
Also wird erstmal wie im Wahn alles andere gemacht – nur was du eigentlich machen solltest, bleibt auf
der Strecke.
Aufschieberitis oder auch Prokastination ist vielen kein Fremdwort. Doch was kann man dagegen tun?
Die wichtigere Frage ist - WARUM man nicht mit der eigentlichen Aufgabe beginnt. Denn darin
versteckt sich auch der Schlüssel für ein zielgerichteteres Arbeiten. Und je eher du anfängst, desto
schneller bist du fertig.

1.) Du fühlst dich überfordert:
Die Aufgabe scheint so groß und umfangreich, dass du einfach nicht weißt, womit du beginnen sollst.
Oder du verstehst etwas nicht, was für die Bearbeitung wichtig wäre.
Lösung: Unterteile die Aufgabe in alle notwendigen Teilschritte! Das kann bei Referaten z.B. jeweils
die Recherche der einzelnen Themen, die Zusammenfassung, die Ausarbeitung und letzten Endes die
Erstellung der Power Point Präsentation sein. Durch die Teilschritte wirkt die Aufgabe weniger groß
und du hast nicht das Gefühl, alles auf einmal schaffen zu müssen. Wenn du etwas nicht verstehst,
frage deine Freundin, Mitschüler oder Kollegen um Rat. Du wirst merken, die größte Überwindung
kostet dich das Anfangen. Danach geht dir alles viel einfacher von der Hand.

2.) Du hast Angst zu Versagen:
Du glaubst, dir fehlen die Fähigkeiten um diese Aufgabe zu lösen. Es ist so viel Stoff für die Klausur,
das schaffst du doch nie. Motivationsschreiben für ein Azubi-Team? Sowas kannst du nicht gut. Es auf
den letzten Drücker zu machen, ist auch ein simpler Selbstschutz. So kannst du dir sagen, dass du „ja
auch nicht genug Zeit hattest“ wenn es wirklich nichts wird.
Lösung: Kenntnisse und Fähigkeiten kommen beim Tun! Teile den Stoff auf und fang an zu lernen.
Selbst wenn du nicht alles perfekt im Kopf hast, weißt du mehr wenn du dich rechtzeitig vorbereitest.
Und den perfekten Bewerbungstext hat auch niemand direkt im Kopf. Fang an zu schreiben, les
drüber, besser aus. Frag Freunde, wie du etwas besser formulieren kannst. Je früher du anfängst, desto
gründlicher kannst du Arbeiten, was deine Erfolgschancen enorm erhöht. Davon abgesehen, solltest du
deinen Selbstwert nie von Arbeitsergebnissen abhängig machen. Auch wenn etwas nicht so wird, wie
erhofft, hast du dich allein durch die Erfahrung verbessert und kannst das Feedback fürs nächste Mal
umsetzten.

3.) Du musst etwas machen, was du nicht machen möchtest:
Im Zuge der Ausbildung, werden auch Aufgaben anfallen, auf die du absolut keine Lust hast. Da wäre
bei vielen z.B. das Berichtsheft J. Oder du hasst es einfach, mit Excel zu arbeiten. Du kannst dich
also kaum motivieren und schiebst die Erledigung vor dir her.
Lösung: Führe dir vor Augen warum du das machst, oder welchen Nutzen es für dich hat. Das
Berichtsheft ist eine tolle Zusammenfassung für dich, um zu sehen, wie weit du dich bis jetzt
entwickelt hast. Im Vergleich zu deinen ersten Wochen, bearbeitest du schon wesentlich mehr. Auch
wenn Excel-Sachen dich vielleicht nerven, lernst du durch jede Aufgabe besser damit um zu gehen,
was dir im weiteren Berufsleben hilft. Jede Aufgabe aus deiner Abteilung dient letztlich dazu, dir
einfach Struktur, Sicherheit und Routine an zu trainieren. Vieles ist also im Moment vielleicht doof,
aber auf lange Sicht sinnvoll. Also leg los !

4.) Du verzettelst dich in Nebensächlichkeiten:
Mein absolutes Spezialgebiet J Statt die Power Point Präsentation erstmal inhaltlich fertig zu stellen
suche ich gern stundenlang schöne Bilder, beschäftige mich mit dem richtigen Layout oder welche
Schriftart ich benutze. So hat man „kurzfristig“ einen Erfolg ohne „langfristig“ investierte Arbeit. Am
Ende zögert man die eigentliche Aufgabe aber nur heraus, oder macht sich mehr Arbeit als notwendig
gewesen wäre. (Ich rede mir dann immer ein, dass ich eben „Perfektionistin“ bin, aber ich fürchte ich
mach es mir einfach gern unnötig schwerer.)
Lösung: Erteile dir ein Zeitlimit für die Erledigung. Nachdem ich alle Teilschritte einer Aufgabe
notiert habe, plane ich feste Zeiten in denen ich etwas erledigen muss. Also z.B. Präsentation
ausarbeiten: 2 Stunden. Wichtig sind hier enge Zeitfenster, damit man gar nicht erst die Zeit für
Ablenkungen hat. Ich stelle mir dann oft einen Timer und reflektiere wie weit ich in den 2 Stunden
gekommen bin. Das motiviert, am Ball zu bleiben.

5.) Du denkst, du hast noch ewig Zeit:
Das andere Extrem. Du unterschätzt oft den Aufwand einer Sache, und fängst deshalb viel zu spät
damit an. Wenn du merkst, dass deine Zeit nicht ausreichen wird, ist es oftmals zu spät.
Am Ende musst du dann alles auf die Schnelle machen und bist mit dem Ergebnis nicht zufrieden.
Lösung: Zeitmanagement! Wenn dir das bekannt vor kommt, solltest du mal darüber nach denken, wie
lange du in der Vergangenheit für ähnliche Aufgaben gebraucht hast und wie viel Zeit du im Endeffekt
gern zur Verfügung gehabt hättest. Notiere dir dann die einzelnen Teilschritte deiner Aufgabe und wie
viel Zeit du vermutlich für die Bearbeitung brauchen wirst. Schlag anschließend am besten immer das
doppelte an Zeit oben drauf. So bist du auf der sicheren Seite. Man kann sich auch austricksen indem
man sich selbst eine frühere Deadline festlegt. Letztlich schadet es ja nicht, früher fertig zu sein.

6.) Du lässt dich von allem ablenken:
Du möchtest beginnen, aber irgendwie kommt immer wieder was dazwischen. Die Wäsche muss
wirklich heute noch gemacht werden und kaum sitzt du am Schreibtisch, ruft die Mutter wieder, du
verquatscht dich mit deiner Freundin oder verlierst dich irgendwo bei Youtube.
Lösung: Plane genau wann du anfangen möchtest, bereite dich vor und arbeite möglichst offline!
Wäsche waschen, Schreibtisch aufräumen usw. sind Dinge, die du am besten schon am Vortag
erledigst. Sage den Menschen in deinem Umfeld, dass du etwas bearbeiten musst und deshalb nicht
erreichbar sein wirst, dann können sich alle darauf einstellen. Schalte dann alles aus oder stumm was
dich ablenken könnte, oder geh in eine Bibliothek. Ich habe mich schon mehrfach in eine stille Ecke
der Kairaba oder den Strandkorb im Indoorgarten gesetzt, weil ich zu Hause zu leicht abgelenkt werde.
Setzte dir eine Zeit, z.B. 1 Stunde in der du wirklich nur deine Aufgabe bearbeitest. Danach kannst du
wieder zu Whatsapp, Youtube & Co.

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