Previous Next
22.
January
2019
Azubis erkunden die Welt - Heute: Paris

Paris – die Stadt der Liebe, die Stadt der Lichter, die Stadt der Mode.  Und allem voran eine Stadt, die eine Menge zu bieten hat. Obwohl ich die französische Lebensart und Kultur liebe, habe ich es bisher nicht weiter geschafft als Straßburg. Da ein Besuch in Paris auf meiner Prioritätenliste nun schon eine ganze Weile weit oben steht, habe ich mich entschlossen die Woche über Weihnachten dort zu verbringen.

 

Um möglichst stressfrei meine Zeit vor Ort verbringen zu können, habe ich bereits vorher alle Eintritte und Führungen gebucht und hatte so bereits einen gut gefüllten Plan. Los geht es um 6 Uhr morgens zum Hauptbahnhof und dann sechs Stunden mit dem TGV nach Paris. Dann geht es auch nach einem kurzen Zwischenstopp in dem Hotel direkt los zum Arc de Triomphe. 284 Stufen später werde ich von einem atemberaubenden Ausblick über ganz Paris empfangen. Egal in welche Himmelsrichtung man blickt, überall kann man Sehenswürdigkeiten entdecken, vom Eiffelturm bis zum Sacre Coeur. Wenn die Sonne hinter der Skyline von Paris verschwindet, werden die französischen Dächer in goldenes Licht getaucht und sorgt so für eine wundervolle Atmosphäre.

Am Tag 2 geht es früh morgens direkt los zum Louvre. Davor noch kurz ein Zwischenstopp auf der berühmten Brücke Pont Neuf und schon beginnt ein langer Tag im Museum, bei dem Kunstinteressierte voll auf ihre Kosten kommen. Angefangen bei dem wohl bekanntesten Stück, da Vincis „Mona Lisa“, bis hin zu der „Venus von Milo“. Auch mein Lieblingsgemälde Delacroix's „La liberté guidant le peuple“ kann ihr bewundert werden. Im Louvre lassen sich viele Stunden und Tage verbringen, ohne das man jeden Winkel des Museums erkunden konnte, und so verlasse ich den Louvre erst wieder am Abend und spaziere noch ein wenig bei Abenddämmerung durch die Stadt.

Tag 3 bringt mich zu einer der berühmtesten Kirchen Paris – die Sacré Coeur de Montmatre. In der Kirche, die – wie der Name schon verrät – dem heiligen Herzen Christi geweiht ist, werde ich begrüßt von dem Gesang französischer Nonnen. Ich verweile ein wenig, mache mich aber schließlich doch noch auf den Weg zu der nächsten Sehenswürdigkeiten. Dieses Mal geht es für mich nicht eine Wendeltreppe nach oben, sondern nach unten, in die Katakomben von Paris. „Ârrete. C'est ici l'empire de la mort.“Halt. Hier beginnt das Reich des Todes.“ Beim Durchschreiten der ersten engen Gänge werden Besucher mit dieser Warnung empfangen. Etwa 6 Millionen Menschen haben hier zur letzten Ruhe gefunden, wenn auch sich ihre Gebeine in den Katakomben verteilt haben und zu Kunstwerken arrangiert wurden. Ein freundlicher Wächter zeigt mir bei so manchen Skeletten die Todesursache – Kopfschüsse, die wohl während der Französischen Revolution, abgefeuert wurden, und selbstverständlich die Pest. Wenn man sich die Innenseiten der Schädel ansieht, erkennt man der Ursprung des Namens „der schwarze Tod“ - dunkle Flecken verfärben die Knochen und bei vielen Schädeln sind Auswucherungen zu finden. Nachdem ich die Unterwelt verlassen habe, atme ich erst mal tief durch und dann mache ich mich auf den Weg zum Wahrzeichen von Paris. Denn in der Nacht funkelt der Eiffelturm zu jeder vollen Stunden einige Minuten lang wie verzaubert.

Tag 4 lässt nicht lange auf sicher warten und bringt einen Besuch des Centre Pompidou mit sich. Das Museum für moderne Kunst ist in verschiedene Epoche unterteilt und hat so für nahezu jeden Geschmack etwas zu bieten. Ich harre nicht lange hier aus, denn es gibt noch einiges zusehen und die Zeit rinnt mir davon. Weiter ging es also zur Notre Dame de Paris. Für mich ging ein kleiner Traum in Erfüllung, endlich durch die gewaltige Kirche laufen zu dürfen. Denn diese Kirche wurde mit dem Roman „Der Glöckner von Notre Dame“ von Victor Hugo gerettet, der auch das berühmte Buch „Les Misérables“ verfasst hatte und so schnell mein Lieblingsautor wurde. Denn im 19. Jahrhundert war die Notre Dame heruntergekommen und stand kurz vor ihrem Abriss. Mit Hugo's Roman wurde jedoch die Bevölkerung auf die bemerkenswerte Architektur aufmerksam gemacht und setzte sich daher erfolgreich für den Erhalt und die Restauration ein.  Eine etwas unbekanntere, aber nicht weniger wundervolle Architektur wird von der Kirche Sainte-Chapelle geboten, die einen Sternenhimmel zur Decke hat und mit überwältigenden Buntglasfenstern aufwartet.  Am Abend besuche ich das Künstlerviertel Montmatre und schaue Künstlern beim Malen zu.

Tag 5 – der leider schon letzte Tag für mich in Paris. Da der TGV mich bereits nachmittags schon nach Hause bringt, habe ich nur noch für eine letzte Sehenswürdigkeit Zeit. Meine Wahl fällt auf die Opéra Garnier, nicht zuletzt, weil das berüchtigte Phantom der Oper hier sein Unwesen treibt. Doch auch wenn ich auf die Loge 5 (die Loge des Phantoms) nur einen kurzen Blick erhaschen kann und dem Phantom nicht selbst begegne, so begeistert mich die Oper nicht minder. Ein Prunksaal am anderen, die Wände verspiegelt und die Decken mit Gold überzogen, lassen das Opernhaus wie die Räumlichkeiten eines Schlossen wirken. 

Nach fünf anstrengenden, aber auch wundervollen Tagen geht es für mich nun nach Hause. Doch eines ist sicher – das war nicht  mein letzter Besuch in der Stadt des Lichts.

44
haben das gesehen
13
finden das hilfreich
16
gefällt das