14.
November
2018
High Schools in Amerika - worin liegt der Unterschied zu unseren Schulen?

Was liegen die Unterschiede zwischen den deutschen Schulen und der amerikanischen High school?

Zwischen den Schulen in Deutschland und den USA gibt es einige Unterschiede, beispielsweise was den typischen 'High School Spirit', den wir in Deutschland so nicht erleben, oder den Schuleintritt und damit verbundenen Abschluss, angeht. Da ich selbst ein High School Year in den USA durchlaufen bin, erzähle ich euch heute mehr dazu!
 

Die Zuständigkeit und die Planung der Schulen sind zwischen den deutschen und amerikanischen Schulen ähnlich. Die jeweiligen Bundesländer in Deutschland regeln den Unterrichtsstoff, Ferienplanung, oder beispielsweise die Personalplanung. In den USA wiederum haben auch die Bundesstaaten einen Blick auf die Schulen  zu werfen. Wie in Deutschland gibt es in jedem Bundestaat Schulbezirke, welche neben den Bundestaaten Aufgaben für das Schulsystem übernehmen.

Unterschiede der Schulformen:

Wesentlich größer sind die Unterschiede zwischen den Grundschulen, Mittelschulen, Oberschulen und den Hochschulen.

Amerikanische Schulen sind von Haus aus Ganztagsschulen, während in deutschen Schulen nur im Durschnitt jeder dritte eine Ganztagsschule besucht. In Amerika beginnt die Grundschule (Elementary School) schon im Kindergarten. Die meisten Kinder haben zuvor bereits eine Vorschule besucht (Pre-School), in denen die Kinder schon mit Sprachspielen, Liedern, Schreibübungen und vieles mehr auf den Alltag und die weiterführenden Schulen vorbereitet werden. Im Unterschied dazu beginnt der 'Ernst des Lebens' in Deutschland erst mit der 1. Klasse auf der Grundschule. Während die deutschen Kinder schon in der 4. Klasse die Grundschule verlassen dürfen, verlassen die Kinder in den USA erst in der 6. Klasse die Elementary school. Nach der Elementary school gehen die Kids auf die sogenannte 'Middle school'. Auch hier werden die Klassen neu gewählt. Die Middle school beginnt in der 7. Klasse und endet in der 8. Klasse. Nach der Grundschule in Deutschland haben die Kinder die Möglichkeit, die Hauptschule, Realschule, Gesamtschule oder das Gymnasium zu besuchen. Die Wahl  der richtigen Schule hängt am Lernstand des Kindes ab.

Die Schulpflicht ist in beiden Ländern gleich. Sie gilt bis zum 16. Lebensjahr. Nach der Middle school wechselt man auf die High school. Diese beginnt in der 9ten und geht bis in die 12te Klasse. Wer die High school erfolgreich durchläuft, kann auf einer Uni oder einem College studieren. In Deutschland fängt die Oberstufe erst in der 11ten Klasse an. Schüler, die bis dahin die Hauptschule, Realschule oder Gesamtschule besucht haben, können nach der 9 oder 10. Klasse eine Berufsausbildung anfangen. Wer nach der Schule studieren möchte, muss das Abitur gemacht haben.

 

Unterricht:

Jede Amerikanische Schule hat die berühmten Schließfächer (engl. 'locker'), die fast jeder Schüler benutzt um seine Schulbücher, Blätter, Ordner aufzubewahren. In Deutschen Schulen werden große Taschen benutzt, indem man seine Schulsachen herumträgt.

Ein kleiner Fact: In High schools ist es nicht erlaubt, Kugelschreiber oder andere farbliche Stifte zu benutzen. Es wird vorausgesetzt, dass jeder einen Bleistift benutzt. Bei Hausaufgaben, sowie bei Tests.

Ein Test in Amerika besteht immer aus Multiple choice Aufgaben. Die Punktzahlberechnung besteht aus 0 bis 100%. Wer 100% erreicht  hat, hat dementsprechend die beste Note und damit ein 'A'. Noten sind von A-F aufgeteilt. A ist die Note 1 und F die Note 6. In deutschen Schulen wird immer von der Höchstpunktzahl des Testes ausgegangen.

In Amerika gibt es eine breite Fächerwahl. Den Stundenplan kannst du dir selbst persönlich zusammenstellen. Es gibt viele 'Funclasses' wie z.B. 'photography', 'construction' und 'weights'. Aber auch anspruchsvolle Fächer, wie 'college chemistry' oder 'advanced math' werden angeboten. Diese werden benötigt, um ein gutes College besuchen zu können. In deutschen Schulen wird der Stundenplan und Fächer auf die jeweilige Klassenstufe angepasst.

Sport:

In Amerika wird der Sport sehr groß geschrieben. Es hängt von der Schulgröße und dem Bundestaat ab, welcher Schulsport angeboten wird. Der Sport wird aufgeteilt in die 4 Jahreszeiten. Im Herbst wird ein anderer Sport angeboten als in Winter. Typische Sportarten für den Herbst sind Football oder Fußball, im Winter hingegen sind es Basketball oder Schwimmen, im Frühling sind es Tennis oder Softball/Baseball. Jeder, der einen Sport ausübt, hat nach der Schule, die um circa 4 Uhr endet, noch 2 Stunden training (practice), an dem es Pflicht, ist teilzunehmen. Wer nicht am Training erscheint, wird am nächsten Spiel nicht mitspielen dürfen. Wenn ein Heimspiel angesagt ist, kommt jeder Schüler und fiebert und feiert für seine Schule/ Team mit. Vor jedem Spiel oder Schulversammlung wird die Flagge Amerikas gepriesen. Jeder versammelt sich und singt die Nationalhymne - der typische 'High school spirit'. Es werden Plakate gemalt, die Schulfarben seiner Schule getragen und sogar geschminkt. In Deutschland hingegen wird dies so nicht gelebt. Viele gehören einem Team an, das außerhalb der Schule stattfindet. Einige deutsche Schulen bieten den Sportunterricht als Fach an.

Leben nach der Schule:

Viele Amerikaner gehen nach der Schule noch arbeiten, um sich Geld für Benzin, das Auto und die Versicherung leisten zu können. Einige haben sogar einen längeren Tag, als die Eltern. In Deutschland hingegen ist es nicht allzu üblich, nach der Schule regelmäßig jobben zu gehen.

Ich hoffe, ich konnte euch einen guten Einblick in die Unterschiede der Schulen in Deutschland und Amerika vermitteln!

Eure Maria Börkey

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