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23.
November
2018
Hogwarts hautnah

„Du bist ein Zauberer, Harry.“

...mit diesen Worten begann für tausende Menschen eine jahrelange Reise mit dem jungen Zauberschüler Harry Potter, den wir auf seinen Abenteuern begleiten durften.  Für viele von uns waren sowohl die Bücher, als auch die Filme ein prägendes Element in unserer Kindheit und Jugend, denn Harry, Hermine und Ron wuchsen gemeinsam mit uns auf.

Für mich ging nun ein kleiner Traum in Erfüllung, denn obwohl ich nie einen Brief aus Hogwarts bekam und damit kein Schüler der besten Zauberschule Europas wurde, so durfte ich auf meiner Reise nach London immerhin die große Halle und den Verbotenen Wald durchschreiten und kam damit Hogwarts so nah wie noch nie. Denn ich hatte großes Glück und konnte spontan Tickets für die Warner Brothers Harry Potter Studio Tour ergattern. Startpunkt war die Victoria Coach Station in London, von der aus ich und eine Gruppe anderer Harry Potter Begeisterter von einem Bus auf einer einstündigen Fahrt in die Studios gebracht wurden. Bereits auf dem Weg dahin, wurden uns Behind-the-Scenes Videos und Interviews gezeigt, damit wir uns auf das kommende Erlebnis schon einmal emotional einstellen konnten.

In den Studios angekommen holte ich mir zunächst einen Audioguide -  was ich übrigens nur empfehlen kann, denn der versorgt die Besichtigung mit viel Hintergrundwissen. Dann begann auch schon unsere Tour. In einem Kinosaal wurde uns nochmal als kleine Auffrischung ein Zusammenschnitt von Szenen aus allen Filmen gezeigt und dann wurde auch schon das Tor zur großen Halle geöffnet.  Wer die Filme und Bücher kennt, der weiß von der Bedeutung der Großen Halle, schließlich begann hier nicht nur das Abenteuer mit der Zuweisung der Hogwartshäuser durch den Sprechenden Hut, sondern nahm auch sein Ende bei dem Kampf gegen Lord Voldemort. Zu beiden Seiten waren die langen Tische der Schüler aufgebaut, die aussahen, als hätten die Schüler ihre Plätze nur kurz verlassen und würden jeden Augenblick wieder zurückkehren. Am Ende des Saales konnte man dann noch die Kostüme von Professor Snape, Dumbledore und vielen anderen bewundern.

Weiter ging es durch das große Studio zu dem Jungenschlafsaal der Gryffindors. Wer nun in dem kleinen „Turmzimmer“ steht, der fragt sich zwangsläufig, wie die Jungen in diese winzigen Betten gepasst haben. Vom Audioguide erfährt man die Antwort: gar nicht! Da die Betten für den ersten Film gebaut wurden, waren sie bereits sehr bald zu klein, deswegen mussten die Darsteller die Beine über den Rand baumeln lassen, was man aber selbstverständlich nicht im Film sieht. Direkt neben dem Schlafsaal liegt der Gryffindor Gemeinschaftsraum und hier gibt es allerlei zu entdecken. Wusstet Ihr beispielsweise, das neben der Tür ein Porträt von Professor McGonagall in jungen Jahre hängt? Dann ging es vorbei an Dumbledores Büro,  Hagrids Hütte und dem Fuchsbau durch den Verbotenen Wald. Wer sich traut, kann hier der Spinne Aragog entgegentreten oder den Greif Seidenschnabel bewundern.

Als ich nun den Verbotenen Wald verlassen habe, stehe ich an einem völlig anderen Ort – dem Bahngleis 9 ¾. Dampfend und qualmend macht der Hogwarts Express auf sich aufmerksam. Der ist übrigens absolut funktionsfähig, denn er war jahrelang, bevor er eine neue Route nach Hogwarts einlegte als Zug in Betrieb. Wer durch den Zug geht, wird begeistert sein, denn die Abteile wurde zu jedem Film passend eingerichtet – inklusive beschlagener Scheiben durch Dementoren.

Als Nächstes kommt ein kleines Café und ich hatte die Möglichkeit echtes Butterbier zu probieren! Das schmeckt übrigens mehr nach Softgetränk als Kakao, wie ich es mir immer vorgestellt hatte :-) Dann geht es nach draußen – aber da es November ist und draußen schon dunkel, halt ich mich dort nur kurz auf. Aber eines muss natürlich sein: der Ligusterweg 4! Denn hier steht das komplette Haus und im Wohnzimmer „fliegen“ sogar noch die Hogwartsbriefe durch die Luft.

Und nun mein Lieblingsteil: die Winkelgasse. Wer hat noch nicht davon geträumt, bei Ollivander seinen ersten Zauberstab zu kaufen? Oder bei Fred und Georges Scherzartikelladen durch die Regale zu stöbern?

Zum Abschluss darf man dann noch ein großes Modell von Hogwarts umrunden.  Während im Hintergrund leise „Hedwig’s Theme“ zu hören ist, wurde ich ein wenig sentimental, denn für mich machte Harry Potter einen großen Teil meiner Kindheit aus. Doch obwohl die Abenteuer von Harry Potter zu Ende sind, erfahren wir ja zum Glück nun die Geschichte von Newt Scamander in Fantastische Tierwesen!

Letztendlich lässt sich eines sagen: Durch den Schauplatz so vieler wichtiger Szenen der Filme zu laufen, vom Hogwarts Express bis hin zum Zauberministerium, war wirklich ein einmaliges Gefühl.

 

Kleiner Tipp: Wer sich in Ruhe alles ansehen möchte, dem empfiehlt es sich selbstständig mit einem öffentlichen Bus anzureisen und dadurch eine vorgeschriebene Rückfahrt und somit Zeitvorgabe zu vermeiden!

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