23.
December
2015
Jana’s traditionelles Weihnachtsessen

Ein echter Winter-Klassiker aus Schleswig-Holstein mit einer herrlich duftenden Füllung aus Korinthen, Kardamom, Äpfeln und Zwieback. Da kann ich einfach nicht „Nein“ sagen. Jedes Jahr am 1. Weihnachtstag wird die gefüllte Rippe bei uns zubereitet. Und das schon seit mehr als 100 Jahren! Meine Uroma Elli hat das Rezept von ihrer Mutter übernommen und so konnte sich diese Tradition schließlich bis heute in der Familie behaupten.

Und so war es am 25. Dezember 1998:
Mit viel Liebe und Herzblut bereitet meine Uroma die gefüllte Rippe zu. Ich als fast 3-Jährige reiche ihr stolz die nötigen Zutaten. Nachdem die Füllung in der Rippe ist, näht Elli sie zu. Anschließend kommt das Ganze für 3 Stunden in den Ofen. Nach einer Stunde duftet es herrlich weihnachtlich in der großen Küche. Alle freuen sich schon in 2 Stunden am großen runden selbst gedrechselten Tisch von meinem Uropa Walter zu sitzen und die Rippe mit Kartoffelknödeln, Rotkohl und der leckeren hellen Soße zu verspeisen.
Ein toller Tag, an dem Jung und Alt aus der Familie zusammenkommen und ausgiebig einander erzählen und den großen hellerleuchteten Weihnachtsbaum bewundern.
Für mich ein riesen Spektakel.

So wird es am 25. Dezember 2015:
Auch dieses Jahr freue ich mich schon sehr, wenn daheim die gefüllte Rippe auf den Tisch kommt. Mittlerweile bereitet meine Mama die Rippe zu. Auch wenn meine Uroma fehlt, liebe ich diese Tradition. Einmal im Jahr gehört die gefüllte Rippe definitiv in Norddeutschland auf den Tisch! Vielleicht ja auch bald in Bayern?!

Um euch diesen winterlichen Gaumenschmaus nicht vorzuenthalten, hier die Zubereitung für 4 bis 6 Personen:

1 Rippentasche (vom Schwein ca. 2,5-3kg)
Das Fleisch am Abend vorher von innen und außen salzen.

Füllung:
4 – 5 große Äpfel schälen und in Stücke schneiden, ca. 150g Rosinen und 50g Korinthen, etwas Zitronensaft, Salz und Zucker und Kardamom, ca ½ bis ¾ Paket Zwieback mit Küchenrolle zerbröseln. Alles zusammen vermengen und in die Rippentasche füllen, danach diese zunähen. Im Backofen ca. 2 ½ – 3 Stunden bei 180 Grad braten, ab und zu begießen. Den Fond mit etwas Schweinebratensoße (Maggi) auffüllen und leicht anbinden.
Die Füllung aus der Rippentasche holen und in eine Schüssel geben. Mit Rotkohl, Kartoffelknödeln und Salzkartofflen servieren.

Es ist ein altes holsteinisches Gericht und schmeckt in den Wintermonaten vorzüglich.
Seinen Ursprung hat dieses Gericht in den ländlich geprägten Gegenden Schleswig-Holsteins. Die Hausschlachtung auf den Bauernhöfen fand meist im Winter statt und so ergab es sich eben, dass sich dieser Gaumenschmaus zu einem Winter-Klassiker entwickelte.

Mein Testurteil: „Sehr gut“.
In diesem Sinne an Guaden und fröhliche Weihnachten!

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