04.
October
2019
Konflikte & wie man damit umgeht

Konflikte sind allgegenwärtig, weshalb es ratsam ist, mehr über sie zu wissen.

 

Was ist eigentlich ein Konflikt?

Jeder Mensch definiert Konflikte anders, da man ein unterschiedliches Konfliktpotenzial hat. Für den einen ist es bereits ein Konflikt, wenn man für seine Arbeit kritisiert wird, während der andere einen Konflikt erst bei lauten Streitigkeiten sieht. Ein Mann, der sich intensiv mit dem Thema Konflikte auseinander gesetzt hat, ist Friedrich Glasl. Seine Definition für einen Konflikt lautet:

„Sozialer Konflikt ist eine Interaktion zwischen Aktoren, wobei wenigstens ein Aktor Unvereinbarkeiten im Denken/Vorstellen/Wahrnehmen und/oder Fühlen und/oder Wollen mit dem anderen Aktor in der Art erlebt, dass im Realisieren eine Beeinträchtigung durch einen anderen Aktor erfolge.“

Das heißt, dass Meinungsverschiedenheiten Konflikte hervorrufen, jedoch nicht von jedem als solches wahrgenommen wird. Für mich beginnt ein Konflikt dann, wenn das eigene Wohl gefährdet wird, denn dann muss man handeln, um sich selbst zu schützen.

 

Was sind die Ursachen von Konflikten am Arbeitsplatz?

Es gibt einige verschiedene Arten von Konflikten. So gibt es zum einen den sogenannten Verteilungskonflikt, der aufgrund von knappen Ressourcen entsteht. Ein typisches Beispiel hierfür ist die Urlaubsplanung, insbesondere an Brückentagen, da diese selten sind und alle sie nehmen möchten, aber nicht alle gleichzeitig im Urlaub sein dürfen.

Eine weitere Art ist der Interessenkonflikt, der entsteht, wenn zwei Parteien unterschiedliche Interessen verfolgen. So möchte bspw. Kollege A heute schon früher gehen, wohingegen Kollege B noch Arbeit für Kollegen A vorgesehen hat.

Beziehungskonflikte sind oft schwer zu lösen, denn bei diesen treten störende zwischenmenschliche Spannung in der Zusammenarbeit auf. Man möchte also bspw. nicht mit Kollege A zusammenarbeiten, da dieser sehr unzuverlässig ist und man sich denkt, dass man ohne ihn sowieso viel besser auskommt.

Auch Wertekonflikte sind schwer zu lösen, da die Parteien in ihrer Denkweise festgefahren sind. Man versucht, den anderen von seiner eigenen Meinung zu überzeugen, unabhängig davon, ob die eigene Meinung besser ist. Um gut zusammenarbeiten zu können, sollte man die Themen, die für Irritationen sorgen am besten auslassen. Häufig sind das Politik, Religion und Nationalität.

Man muss auch immer beachten, dass ein Mensch während der Arbeit auch private Probleme mit sich herumträgt und deswegen an manchen Tagen schneller gereizt ist.

Auch die Arbeitssituation hat Einfluss auf das Konfliktverhalten, denn bei Zeitdruck und Überlastung reagiert mancher anders als üblich.

 

Was sind mögliche Folgen von Konflikten?

Hierzu zählen Trauer, Wut, Isolation (da der Zusammenhalt in der Abteilung fehlt), Angst zur Arbeit zu gehen, schlechte Stimmung und zuletzt auch die Kündigung, die die Flucht vor den Konflikten darstellt.

 

Die 10 Regeln der Friedenspädagogik

Damit es erst gar nicht erst so weit kommt, sollte man die 10 Regeln der Friedenspädagogik verinnerlichen. Dabei muss man beachten, dass man sich nicht auf diese während eines Streits berufen kann (nochmal schnell nachlesen), sondern diese intuitiv umsetzen muss. Wenn man dies schafft, entsteht ein wirklicher Frieden und kein erzwungener, wie es im Kindergarten über das „Jetzt gibt euch mal die Hände und versöhnt euch wieder“ praktiziert wird.

  1. Gewaltverzicht: Das ist die wichtigste Regel. Man darf nie den anderen körperlich schädigen oder ihm drohen, denn dadurch ist der Konflikt bereits eskaliert.
  2. Sichtwechsel: Man darf keine einseitigen Schuldzuweisungen treffen, sondern sollte sich auch in den anderen versetzen und den Konflikt als gemeinsames Problem sehen.
  3. Gesprächsbereitschaft: Nur durch Gespräche kann man überhaupt den Grund für den Konflikt herausfinden und Missverständnisse verringern oder gar beseitigen.
  4. Dialogfähigkeit: Durch den Dialog sucht man nach einer gemeinsamen Lösung.
  5. Vermittlung: Wenn man mit der anderen Konfliktpartei keine Lösung findet, sollte man sich nicht vor einer dritten, unabhängigen Partei als Streitschlichter scheuen.
  6. Vertrauen: Damit der andere dir auch vertrauen kann, muss dein Vorgehen transparent gemacht werden.
  7. Fair Play Regeln: Behandele den anderen so, wie du auch behandelt werden möchtest.
  8. Empathie: Wenn man die Interessen des anderen kennt, muss man diese auch bei seinem Verhalten berücksichtigen, denn nur so funktioniert ein Zusammenleben.
  9. Gemeinsamkeiten: Durch Gemeinsamkeiten kommt eine Annäherung zustande; man hat nicht mehr seine egoistische Denkweise.
  10. Interessenausgleich und Versöhnung: Es entwickelt sich ein neues Verhältnis zwischen den beiden Parteien. Im Idealfall findet man eine Lösung, bei denen beide Interessen befriedigt sind. Es ist aber auch in Ordnung, wenn von den Partei die Interessen nicht komplett erfüllt werden können, denn manchmal muss man nachgeben, um erfolgreich zu sein.

 

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