05.
August
2016
München mal anders: Mit dem Hop-on-Hop-off Bus unterwegs

Für uns bei FTI hat der Tourismus immer zwei Seiten: Wir planen und organisieren die Reise und unsere Kunden machen sie.

Seit knapp einem Jahr mache ich nun schon meine Ausbildung bei FTI. Seit knapp einem Jahr ist das Organisieren von Reisen Alltag für mich und München ist meine neue Heimat geworden. Ich habe die Stadt kennengelernt, habe Verwandte und Freunde herumgeführt, neue Lieblingsorte und einen Stammmetzger gefunden.

Meine Freundin Katharina kennt München überhaupt nicht. Sie hat die Stadt noch nie besucht, denn sie kommt wie ich aus dem Norden, und da sind Hamburg und Berlin ganz wortwörtlich die nähergelegene Wahl für Städtereisen.

Doch irgendwann musste sie sich die Zeit nehmen, sich in den Flieger setzen und die Reise nach München machen. Bereits vor ihrer Ankunft steht für uns beide fest, dass wir eine Hop-on-Hop-off Tour durch die Stadt machen wollen. So kann sie die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und bekanntesten Orte der Stadt bequem und in kurzer Zeit kennenlernen. Und ich kann nach langer Zeit wieder die Seiten wechseln und meine neue Heimat aus dem Touristenblickwinkel kennenlernen.

Gleich zu Beginn der Tour kommt erstes Touristenfeeling auf, als wir herausfinden müssen, wo man die Karten für die Tour kaufen muss und welcher Bus den Grand Circle fährt. Wir vertuen uns prompt und nehmen den Bus, der zuerst durch den äußeren Bereich tourt. Aber sei’s drum, der Zufall ist uns gnädig: Wir sitzen im Bus ganz vorne, haben einen fantastischen Ausblick und das Wetter spielt ebenfalls mit.

Durch die Tour führt uns Barbara, die routiniert und souverän auf Englisch und Deutsch die wichtigsten Fakten und Anekdoten über die Sehenswürdigkeiten erzählt.

Wir fahren mit dem Bus ein kleines Stück durch die Innenstadt und kommen dabei über den Königsplatz, wo ich Katharina unsere Berufsschule zeige, von der ich ihr schon viel erzählt habe. Dann geht es schnell weiter in Richtung Schloss Nymphenburg, wobei Barbara immer wieder betont, was für eine grüne Stadt München ist. Sie hat Recht. Während wir am Nymphenburger Kanal entlangfahren wird deutlich, dass man in München nicht nur Abgase atmen muss.

Das Schloss habe ich schon einmal besucht, es sieht wunderschön aus im hellen Sonnenlicht. Barbara nennt ein paar interessante Hintergrundinformationen, wie z.B. dass der bayerische König das Schloss zur Feier der Geburt seines Sohnes Ludwig errichten ließ, der erst nach 10 Jahren Ehe geboren wurde. Sie weist zudem auf die berühmte Porzellanmanufaktur hin und darauf, dass der Herzog von Bayern immer noch im Schloss wohnt und bitte korrekt mit „Eure Hoheit“ angesprochen wird. Katharina amüsiert sich über die Schwäne, die ganz ruhig auf dem See vor dem Schloss dümpeln und sich nicht von den Touristenmeuten aus der Ruhe bringen lassen.

Nach dem Stopp geht es in einen modernen Teil von München. Wir fahren zum Olympiapark. Als Katharina und ich das Gelände sehen, beschließen wir sofort, am nächsten Tag nochmal hierher zu kommen, um uns den Park genauer anzusehen. Vor allem die ungewöhnliche Entstehungsgeschichte ist interessant. Barbara erzählt, dass der Architekt des Parks den Schutt, der bei der Bombardierung Münchens im 2. Weltkrieg zurückgeblieben ist, zu künstlichen Hügeln auftürmen ließ. Über die vollkommene Zerstörung ist wortwörtlich Gras gewachsen. Heute ist der Olympiapark eine grüne, hügelige Anlage, in der jedes Jahr ein Sommerfest für die Münchner Kinder stattfindet.

Es geht nun wieder zurück in die Innenstadt, vorbei an der Münchner Universität und dem Isartor zurück zum Startpunkt am Hauptbahnhof. Katharina und ich bleiben im Bus sitzen, der direkt weiter die kleinere Tour durch die Innenstadt macht, essen Baguette und Blaubeermuffin und reiben uns nochmal dick mit Sonnencreme ein, denn die Sonne macht keine Pause.

Es geht dann auch schnell weiter, der große Doppeldeckerbus steuert ohne Probleme durch den dichten Münchner Stadtverkehr. Wir fahren zuerst zu den großen Museen wie z.B. den Pinakotheken und dem Lehnbachhaus, dass auch denen bekannt ist, die moderne Kunst nicht so gerne mögen. Dann geht’s weiter an der Eisbachwelle vorbei, wo auch heute die Surfer wieder viele Touristen begeistern. Nachdem wir dann den berühmten Friedensengel passieren, gelangen wir schließlich zur Staatskanzlei, dem Sitz von Horst Seehofer. Katharina, die am Vortag schon den Justizpalast und das Rathaus besucht hat, merkt an, dass die Regierungsgebäude in Bayern alle einen Hauch größer sind als im Norden. Ihr gefällt’s.

Nun fahren wir auch direkt durch das absolute Herz der Stadt. Barbaras Stimme überschlägt sich ein wenig, als wir zum berühmten Viktualienmarkt kommen, der übervoll ist mit Touristen und vom Bus aus sofort eifrig fotografiert wird. Katharina und ich lächeln uns wissend an, wir waren bereits gestern auf dem Markt und haben bei meinem Lieblingsmetzger „Lebakaassemme“ gegessen. Trotzdem ist der Maibaum, der mitten auf dem Markt steht, immer ein Bild wert. Und von unserem Platz im Bus bekommt man ihn sogar zusammen mit den Türmen der Frauenkirche auf ein Foto.

Am Stachus hoppen wir schließlich vom Bus, um noch ein wenig in der Einkaufsstraße zu bummeln und einige Orte zu besuchen, die wir uns nochmal genauer ansehen wollen.

Es macht wahnsinnig viel Spaß, den „Stern des Südens“ wieder einmal mit den Augen eines Touristen wahrzunehmen. Besonders für „Zuagroaste“ und zukünftige Azubis eine tolle Möglichkeit, sich einen groben Überblick über die Stadt mit ihren wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu verschaffen.

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