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16.
August
2019
Reisetipp: Isola di Ponza

Gerade einmal knappe sieben Quadratkilometer groß und noch dazu ein absoluter Geheimtipp ist die italienische Insel Isola di Ponza. Mit steil ins Wasser abfallende Klippen und dem türkisblauen Meer könnte man bei ihrem Anblick fast meinen, man wäre in Vietnam gelandet, dabei liegt die Insel 110 Kilometer vom italienischen Festland entfernt.

Der beste Weg von Deutschland aus dorthin zu kommen ist es, nach Rom oder Neapel zu fliegen, dann den Zug nach Formia oder Gaeta zu nehmen und mit der Fähre die letzte Distanz zu überqueren – klingt vielleicht etwas anstrengend, ist den Weg aber allemal wert. Denn di Isola di Ponza ist eine Insel wie kaum eine andere: nur wenige Touristen haben bisher dieses kleine Paradies für sich entdeckt und so hat man eine große Auswahl an Stränden, die man sich mit nur wenigen anderen Sonnenanbetern teilen muss.

Mit gerade mal zwei kleinen Ortschaften findet man hier noch unberührte Natur, wie es sie nur noch selten gibt. Ich hatte das Glück nach meinem Auslandspraktikum in Rom hier mehrere Tage verbringen zu dürfen. Schnell ein Airbnb gebucht und schon geht es los. Unsere warmherzige Vermieterin nahm uns am ersten Abend mit zu einem Straßenfest in der südlichen Ortschaft Ponza – frischer Schwertfisch, italienische Volkstänze und eine sanfte Meeresbrise gaben uns das Gefühl von Anfang an willkommen zu sein.

Wer sich nun zu Recht fragt, was man denn tagelang auf einer so kleinen Insel machen kann, wird überrascht sein. Neben den paradiesischen Stränden, an denen es sich wunderbar schnorcheln lässt, lohnt es sich außerdem für einen Tag eine Vespa anzumieten und so die Insel zu erkunden. Von dem sogenannten Capo Bianco, einem schneeweißen Kap, der an einen Gletscher erinnert, zum piscine naturali, einem natürlichen Becken bei dem man unter meterhohen Felsen durchschimmern kann. Auch lohnt sich ein Besuch des Forte Papa, einer ehemaligen Wehranlage, die an der nordöstlichen Spitze der Insel liegt. Wer hier am Abend vorbeischaut, wird mit einem perfekten Blick auf einen Sonnenuntergang über dem offenen Meer belohnt.

Für Abwechslung sorgt außerdem ein Tagesausflug mit einem Boot, den man bei einigen Anbieter mieten kann. Das Ziel für den Tag: die Nachbarinsel Palmarola. Direkt vom kleinen Boot in das türkisblaue Wasser springen und in eine der vielen kleinen Grotten der Insel schwimmen lässt einen leicht die Sorgen des Alltags vergessen. Aber aufgepasst, denn ganz unbedacht darf man auch hier nicht sein: denn hier fühlen sich nicht nur Menschen wohl, sondern auch sogenannte Medusa – auf Italienisch ein klangvoller Name für ein Tier, das wir jedoch als Qualle bezeichnen.  

Übrigens sind Italienischkenntnisse auf der Isola di Ponza von Vorteil, denn nur die wenigsten sprechen Englisch. Wer also auf Italienisch in einem Restaurant Essen bestellen kann, ist also klar im Vorteil und auch ein Wörterbuch (ob online oder als Taschenbuch) erweist sich als nützlich.

Für uns ging bereits nach fünf Tagen zurück ans Festland, doch wir hätten hier noch ewig bleiben können. Und wir sind uns sicher – das war nicht unser letzter Besuch der zauberhaften Insel!

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