Koreanisch lernen

Ob man es täglich mitbekommt oder nicht, aber die koreanische Kultur wird heutzutage immer präsenter, auch in Deutschland. Dank Youtube und sozialer Medien trat zunächst koreanische Musik (K-Pop) über die Grenzen des eigenen Landes hinaus, dann folgten auch Serien (K-Drama), Spiele, Essen, Sport, Mode und die Sprache. Diese Entwicklung nennt man „Hallyu“ oder „Koreanische Welle“, die in den letzten Jahren nicht nur Nordamerika sondern auch teilweise Europa erreichte. In Deutschland haben wir das Phänomen zum ersten Mal in 2012 mit dem Hit „Gangnam Style“ von Psy erlebt, das Lied hielt sich sogar 50 Wochen lang auf dem ersten Platz der Charts.

Egal an welchem Teil koreanischer Kultur man Interesse gefunden hat, alles führt auf die Sprache zurück.

In Südkorea nennt man Koreanisch hangugmal (한국말) oder hangugeo (한국어), in Nordkorea hingegen chosŏnmal (조선말) oder chosŏnŏ (조선어).

Wenn man sich vornimmt, Koreanisch zu lernen, muss man wohl auch ein ganz neues Alphabet lernen. Anders als im Chinesischen, gibt es im Koreanischen aber statt Schriftzeichen echte Buchstaben, die zusammengesetzt Silben und dann Wörter ergeben. Das koreanische Alphabet hat König Sejong im 15. Jahrhundert kreiert, um niedrigeren Klassen die Möglichkeit zu geben, Schreiben zu lernen, da vorher chinesische Schriftzeichen verbreitet waren, er nannte das Alphabet Hangul (한글). Hangul besteht aus 14 Grundkonsonanten und zehn Grundvokalen aus denen sich weitere fünf Konsonanten und 11 Vokale ableiten.

Grundkonsonanten

ㄱ – g/k

ㄴ – n

ㄷ – d/t

ㄹ – r/l

ㅁ – m

ㅂ – b/p

ㅅ – s/sch

ㅇ – lautlos am Anfang/ ng am Ende

ㅈ – dsch

ㅊ – tsch

ㅋ – kh

ㅌ – th

ㅍ – ph

ㅎ – h

Grundvokale

ㅏ – a

ㅓ – ŏ

ㅗ – o

ㅜ – u

ㅡ – „ü“

ㅣ – i

ㅑ – ja

ㅕ – jŏ

ㅛ – jo

ㅠ – ju

Wenn man das Alphabet beherrscht, kann man erste Wörter schreiben. Die Silben kann man sich als Quadrate vorstellen in denen jeweils mindestens ein Konsonant und ein Vokal zusammengefügt werden, in so ein Quadrat passen, aber höchstens drei Konsonanten, die Zahl der Vokale bleibt immer eins. Alle Wörter bestehen aus mindestens einer Silbe, alle Verben aus mindestens zwei.

Dann kommt der schwierige Teil: die Grammatik. Abgesehen davon, dass die Grammatik und Konjugation vom Prädikat des Satzes davon abhängen mit wem, über wen und wann man redet, ist der Satzbau insgesamt ganz anders: Subjekt – Objekt – Prädikat, das ist eine feste Regel, die nur in ganz seltenen Fällen gebrochen wird.

Allein durch die Sprache erfährt man vieles über die Kultur und das Land. Wie zum Beispiel die Wichtigkeit von Gemeinschaft und Respekt: im Koreanischen gibt es Wörter, die wir im Deutschen kaum bis gar nicht verwendet, z.B. 오빠 (oppa) bedeutet „älterer Bruder einer Frau“, 언니 (ŏnni) ist die „ältere Schwester einer Frau“, 형 (hjŏng) ist der „ältere Bruder eines Mannes“ und 누나 (nuna) seine „ältere Schwester“. 아저씨 (adschŏshi) ist ein Onkel und아줌마 (adschumma) eine Tante – aber das Besondere an diesen Wörtern ist jedoch, dass keiner der Personen mit einander verwandt sein muss, um sie zu benutzen. Sie werden auch unter guten Freunden verwendet, die letzteren zwei werden hauptsächlich auf ältere Menschen bezogen, die man nicht kennt. Es ist außerdem üblich, eine neue Bekanntschaft beim ersten Treffen nach dem Alter, genauer nach dem Geburtsjahr, zu fragen, um so darauf schließen zu können, wie respektvoll und mit welcher Anrede man mit der Person zu sprechen hat. Neben den vorhergenannten Titeln gibt es noch viele mehr.

Natürlich ist es anstrengend, eine neue Sprache zu lernen, vor allem alleine, aber zum Glück gibt es hier in München engagierte Lehrer, bei denen man auch gerne mal in den Unterricht reinschnuppern darf. In der Koreanischen Schule München lernt man nicht nur die Sprache, sondern kann auch an Traditionen und Feiertagen teilnehmen und so die Kultur näher kennenlernen.

Und wenn man einfach mal eine Reise nach Korea unternehmen möchte, sollte man auf jeden Fall diese Wörter kennen:

안녕하세요 (an-njŏng-ha-se-jo) = guten Tag, hallo

감사합니다 (kam-sa-ham-ni-da) = vielen Dank

안녕히 계세요 (an-njŏng-hi gje-sejo) = auf Wiedersehen (z.B. wenn man ein Geschäft verlässt)

원 (wŏn) = Koreanische Währung

천 원 (tschŏn won) = 1000 Won

오 백 원 (o bäk wŏn) = 500 Won

지하철 (dschihatschŏl) = U-Bahn

식당 (shikdang) = Restaurant

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